Perspektivwechsel bei der Frühjahrssynode 2026

Synodale sitzen im Gemeindezentrum und hören einen Vortrag
Bildrechte Chantal Fiedler

Synodale treffen sich in Neustadt an der Aisch – Wechsel bei den Frauenbeauftragten, Fortschritte bei der Dekanatsfusion und neue Ideen für kirchliche Gebäude

Am 7. März 2026 trafen sich die Synodalen zur Frühjahrssynode in Neustadt an der Aisch. Den Auftakt bildete ein gemeinsamer Gottesdienst, der zugleich in das Thema des Tages einführte. Pfarrerin Ines Weimann sprach über die Bedeutung eines Perspektivwechsels. Einen solchen könne man zum Beispiel durch einen Kopfstand erleben – allein sei das allerdings schwierig. Dafür brauche es Unterstützung, etwa eine Wand oder einen Türrahmen. Auch im Glauben brauche der Mensch Halt, den er in Gott oder durch Jesus finden könne. Jesus sei ein Meister des Perspektivwechsels gewesen und habe vielen Menschen geholfen, ihr Leben und ihre Mitmenschen neu zu sehen.

 

Dekanin Ursula Brecht segenet die alten und neuen Frauenbeauftragten des Dekanats Neustadt/Aisch
Bildrechte Chantal Fiedler

Wechsel bei den Frauenbeauftragten

Auch bei den Dekanatsfrauenbeauftragten stand ein Wechsel an. Brigitte Faust und Lydia Stürzenhofecker wurden verabschiedet. Gertraud Krieghoff, Anne Hertlein und Monika Lulei werden künftig von Christa Klier unterstützt.

Dekanin Ursula Brecht dankte den anwesenden Frauen für ihr langjähriges Engagement: „Sie geben seit Jahrzehnten Segen weiter und engagieren sich ehrenamtlich – ganz nach dem Vers: Ich will dich segnen und du sollst ein Segen sein.“ Die Frauenbeauftragten schafften Orte der Begegnung, Raum für Gespräche, Gemeinschaft und Glauben im Alltag.

 

Fortschritte bei der Dekanatsfusion

Im anschließenden Geschäftsteil informierte Dekanin Brecht über aktuelle Entwicklungen im Dekanat. Dabei stellte sie auch den zeitlichen Ablauf der geplanten Fusion der Dekanate Neustadt an der Aisch, Uffenheim und Bad Windsheim vor.

Der stellvertretende Dekan von Bad Windsheim, Dirk Brandenberg fühlt sich nach eigenen Worten in Neustadt bereits „zu Hause“. Er kündigte die offizielle „Heirat“ der Dekanate für den 1. Januar 2028 an. Schon jetzt liefen zahlreiche Prozesse im Hintergrund, etwa die Suche nach einem Namen für das zukünftige Dekanat.

Zudem gebe es viele Vorgaben der Landeskirche, die alle Kirchengemeinden betreffen. Diese Veränderungen seien nicht immer einfach und mit Sorgen verbunden, betonte Brecht. Dennoch lasse sich der Weg gemeinsam bewältigen.

 

Dr. Christian Frühwald referiert zum Thema „Es geht doch: Neue Wege für Kirchengemeinden und ihre Immobilien“
Bildrechte Chantal Fiedler

Neue Wege für kirchliche Gebäude

Mit zukünftigen Herausforderungen beschäftigte sich auch der Impulsvortrag von Pfarrer Dr. Christian Frühwald. Unter dem Titel „Es geht doch: Neue Wege für Kirchengemeinden und ihre Immobilien“ stellte er Möglichkeiten vor, wie Gemeinden kreativ mit ihren Gebäuden umgehen können.

Hintergrund ist die neue Gebäudebedarfsplanung der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern. Sie sieht vor, die Zahl der Immobilien bis 2035 um etwa 50 Prozent zu reduzieren. Das bedeute jedoch nicht zwangsläufig, dass Gemeinden ihre Gebäude aufgeben müssen. Einige Immobilien müssten künftig jedoch ohne finanzielle Unterstützung der Landeskirche verwaltet und wirtschaftlich eigenständig betrieben werden.

Frühwald betonte, dass kirchliche Gebäude oft mehr seien als reine Zweckbauten: „Kirchliche Immobilien sind häufig symbolische Orte für die gesamte Gemeinschaft.“ Eine mögliche Lösung sei die Umnutzung von Räumen, etwa für die politische Gemeinde oder für Vereine.

Entscheidend sei dabei eine offene Kommunikation mit den Menschen vor Ort. Sie müssten informiert und zur Mitgestaltung eingeladen werden. „Wenn es im Dorf Menschen gibt, denen Kirche oder Gemeindesaal am Herzen liegen, dann werden sie Wege finden, diese Orte zu erhalten“, zeigte sich Frühwald überzeugt.

Zum Abschluss bat Dekanin Brecht die Synodalen, die Informationen in ihre Gemeinden weiterzugeben – jedoch ohne unnötige Ängste zu schüren. Bei der Herbstsynode im November sollen Fusion und weitere Schritte offiziell beschlossen werden.