„Alles anders?! - Kirche in (Post-)Coronazeiten“ beim 1. Talk im Wildbad

„Corona hat für uns als Kirche tatsächlich einen tiefen Einschnitt gebracht“ –  , so die erste Einschätzung von Dekanin Ursula Brecht aus Neustadt beim ersten Talk im Wildbad Rothenburg zum Thema Corona und Kirche. Doch aus ihrer Sicht gab es in dieser Zeit nicht nur heftige Umbrüche zu bewältigen, sondern auch viele gute Entwicklungen und hoffnungsvolle Aufbrüche – vor allem auch im digitalen Bereich. Das neue Format „Talk im Wildbad“ sei dafür ein gutes Beispiel. Es ist die erste hybride Veranstaltung des evangelischen Forums Neustadt in Kooperation mit dem evangelischen Bildungswerk und dem Wildbad mit einem Publikum vor Ort im Roten Salon des Wildbades und online Teilnehmenden.

Neu waren vor allem auch die vielen kleinen Formate: kleine Musikensembles in den Gottesdiensten, Gottesdienste im Freien, Gesprächsangebote im Gehen, Flyer für einen persönlichen Pilgerweg oder Kasualien zuhause. Im Kleinen sei so viel Nähe entstanden, vieles aber auch weggebrochen. „Damit müsse man umgehen lernen“, so Brecht, die die schmerzlichen Umbrüche, vor der die Kirche aufgrund fehlender Spenden und durch viele Kirchenaustritte steht, so gestalten will, dass die Freude nicht verloren geht.

Interviewt wurde die Dekan von Prof. Dr. Peter Bubmann, Praktischer Theologe an der Universität Erlangen, der an dieser Stelle bewusst nachhakte: Er brachte die Trauer und Klage der Menschen ins Spiel und fragte, wie Kirche hier als Seelsorgerin Trost spenden könne. Die Dekanin stellte daraufhin Möglichkeiten vor, wie Kirchenräume auch zu Orten des Klagens – zum Beispiel mit Hilfe von Klagemauern – werden könnten. Wichtig war ihr, dass gerade in diesen Zeiten der Verunsicherung Kirche deutlich verkündet: Wir haben einen Gott, der die Liebe ist! Allerdings dürfe dieser Gott nicht mit einem „lieben Gott“ verwechselt werden, der alle unsere Wünsche erfüllt. Im Gegenteil: Dieser Gott mache uns demütig.

Umrahmt wurde die Veranstaltung musikalisch von Peter Bubmann am Piano und dem Gesang von Miriam Eryazici – eine zusätzliche Herausforderung für das Technik-Team, die mit Unterstützung des Schüler Johannes Wolfram gemeistert wurde.

Das Talk-Format geht weiter:

Der 2. Talk im Wildbad findet am 4. Juli um 11 Uhr statt. Prof. Dr. Dr. h.c. Heiner Bielefeldt wird dabei von Dekanin Ursula Brecht zum Thema Corona und Menschenrechte interviewt. Auch hier ist einer begrenzten Personenzahl die Teilnahme vor Ort möglich, sowie die Teilnahme per Zoom..

Beim 3. Talk im Wildbad am 26. September geht es über das Thema „Die Kunst des Sterbens“.

Der Zugangslink zu allen Veranstaltungen findet sich auf www.bildung-evangelisch.com, ebenso der Videomitschnitt der ersten Talkrunde.